Freiwillige Feuerwehr Flörsbachtal – Flörsbach wird Feuerwehr Digital 3.0

Die Freiwillige Feuerwehr Flörsbachtal – Flörsbach wird Digital und geht damit in großen Schritten ins nächste Jahrhundert.

Bereits seit längerer Zeit wurden die alten Analogfunkgeräte in der Feuerwehr abgeschafft und durch neue Digitale Funkgeräte ersetzt. Bessere Sprachqualität und die Unterdrückung von störenden Umgebungsgeräuschen, wie sie unter Atemschutzmasken oder an Pumpen oder Aggregaten auftreten, waren die erheblichsten Vorteile.

Aber auch im Feuerwehrgerätehaus Flörsbach wurde erheblich in die Technik investiert.

Neben einem 50 Mbit Breitbandinternetanschluss und VOIP Telefonen wurde ein Server installiert, welcher für die Daten des Vereins und der Einsatzabteilung zur Verfügung steht. Dieser kann bei Bedarf, über verschiedene Hierarchien auch Daten der anderen Feuerwehrvereine mit aufnehmen. Ebenso wurden im gesamten Feuerwehrhaus WLAN Hotspots installiert, damit im gesamten Gerätehaus mit mobilen Geräten agiert werden kann.

Das Löschfahrzeug LF 10/6 KAT´S wurde ebenfalls technisch erheblich aufgewertet.

Neben einer Rückfahrkamera, welche die Sicherheit enorm steigert, wurde auch ein Navigationsgerät installiert um zielgerichtet zu Einsätzen außerhalb von Flörsbach zu gelangen.

Einigen mag dieses Navigationsgerät unnütz erscheinen, da die Gemeinde klein und überschaubar ist, aber unser Wehrführer Alexander Ebel hat dazu eine klare Meinung: ´´Unsere Fahrer kennen sich zwar sehr gut in unserem Gemeindeteil (Flörsbach) aus, aber unser Einsatzgebiet ist die gesamte Gemeinde Flörsbachtal. Hier gibt es Straßen z. B. Flörsbachtal – Kempfenbrunn oder Flörsbachtal – Lohrhaupten die nicht unbedingt bekannt sind. Außerdem sind wir als Mitglied des Katastropfenschutzzuges auch außerhalb der Gemeinde im Einsatz. Damit sich der Fahrer auf die teilweise anspruchsvolle Einsatzfahrt konzentrieren kann, wurde diese kleine aber sinnvolle Investition kurzerhand über den Feuerwehrverein umgesetzt. ´´

Das Navigationsgerät ist so ausgelegt, dass es später bei Bedarf auch direkt die Einsatzdaten aus der Leitstelle empfangen könnte.

Sven Asmus, maßgeblich an der Beschaffung und Umsetzung der Technik betraut, hatte aber zunächst ganz andere Probleme bei der Neuumsetzung des Alarmfaxes. ´´ Unser Faxgerät befindet sich in der Fahrzeughalle, damit das angekommene Fax direkt ins Fahrzeug mitgenommen werden kann. Das ist auch nach wie vor unser bevorzugter Standort. Zentral und für den Fahrer direkt greifbar. Hier haben wir mehrere Probleme:

1. Haben wir zum Glück, relativ wenig Einsätze. Also ist ein Tintenstrahlgerät hier nicht ziehlführend, da die Tinte eintrocknen würde.

2. Kann die Fahrzeughalle durch die Wasserführenden Fahrzeuge hin und wieder leicht feucht sein. Bei einem Lasergerät würde hier der Toner durch die ebenfalls geringe Nutzung und die eventuelle feuchte leicht verklumpen. ´´ Außerdem möchte man in Zukunft sogenannte Einsatzmonitore in der Fahrzeughalle und im Eingangsbereich zur Umkleide installieren.

Hier werden wertvolle Informationen zum bevorstehenden Einsatz Visuell angezeigt.

Beispielanzeige Einsatzmonitor © Feuer Software GmbH

´´ Meistens kommen die Feuerwehrleute im Einsatzfall in die Umkleide und dann geht’s los: Was haben wir denn Wo? ist einer der häufigsten Fragen beim Umziehen, weil der Funk am Pager entweder unverständlich ist oder man einfach nur die Sirene gehört hat. Dem wollen wir entgegenwirken. Die Kameradinnen und Kammeraden kommen ins Gerätehaus und sehen direkt auf einem großen Bildschirm die wichtigsten Einsatzdaten: Was ist die Sachlage und wo geht es hin.

Ein weiterer Vorteil: Nachrückende Kräfte sehen ebenfalls wo sich der Einsatz befindet bzw. In welchem Einsatzstatus sich die Fahrzeuge befinden. ´´ erklärt Sven Asmus weiter.

So wurde lange getüftelt und überlegt, wie sich ein eingehendes Fax, welches für die späteren Alarmmonitore digital ausgewertet werden muss und ein robuster Drucker mit wenig Geld vereinen lässt.

Der Einsatzcomputer war schnell gefunden. Ein Ausrangierter Firmen – PC mit Faxmodemkarte. Die Software kommt von Feuer Software GmbH aus Eschborn bei Frankfurt heißt Einsatz – Monitor und ist mit vielen Funktionen ausgestattet kostenlos. Nun war nur noch das Problem mit dem robusten Drucker. Die zündende Idee kam in einer Arztpraxis! Die Lösung eine teilweise längst vergessene Technik, ein einfacher Nadeldrucker. Robust, billig bei Farbbändern und Ersatzteilen sowie völlig ausreichend für den Ausdruck unserer Alarmfaxe.

Seit Anfang November 18 wurde der Einsatzcomputer nun in Probebetrieb genommen. Bildschirme werden zu einem späteren Zeitpunkt installiert. Zunächst geht es rein um die Auswertung der eingehenden Faxe im Hintergrundbetrieb und deren Ausdruck. Erweiterungen wie zum Beispiel eine Sprachausgabe des Einsatzes über Lautsprecher im Gerätehaus können ohne Probleme nachgerüstet werden, sind aber zurzeit nicht geplant.

 

Als zunächst letzter Schritt ins Digitale Feuerwehrzeitalter ist die Ausgabe der neuen digitalen Funkmeldeempfänger der Firma Airbus Defence & Space vom Typ P8GR vorgesehen.

Funkmeldeempfänger der
Firma Airbus Defence & Space Typ P8GR
© Airbus Defence & Space

Diese sollen im 1. Quartal 2019 an alle Mitglieder der Einsatzabteilung in Flörsbachtal ausgegeben werden.

Projektverantwortlicher seitens der Gemeinde ist hier unser stellvertretende Gemeindebrandinspektor und Digitalfunkbeauftragter Florian Laschet, welcher in den letzten Wochen die Bedarfsabfrage bei den einzelnen Ortswehren abgeschlossen hat.

Neben den Geräten inkl. Zubehör wie Empfangs- / Ladestation, Schutztasche sowie benötigter Programmierstation und Software müssen dann noch sie die entsprechenden BOS – SIM – Karten bei der Bundesnetzagentur geordert werden.

Nach erfolgter Programmierung und Registrierung folgen dann noch Workshops in den einzelnen Ortsteilwehren um die Bedienung zu erklären. Da jedes Gerät personenbezogen ist, werden die Geräte dann gegen Unterschrift persönlich ausgehändigt.

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